synergenVerlag Deutscher Bierkultur
 
Wer die Gegenwart verstehen will, sollte die Vergangenheit der Zukunft kennen.

Die Frau und die Liebe der Zukunft vor 100 Jahren

In einer Zeit (1871 - 1914), in der Frauen kein Wahlrecht hatten, als Schiedsperson lediglich aufgrund ihres Geschlechtes abgelehnt werden konnten, nicht studieren durften, Versorgungsehen und Geldheiraten üblich waren, aber auch junge Männer ihre ersten sexuellen Erfahrungen oft nur im Bordell machen konnten, ist es heute besonders interessant zu sehen, wie sich Frauen und Männer die Zukunft der Frau und der Liebe, die Frauenwelt und die Emanzipation in der Zukunft vorgestellt haben.

Der heutige Leser kann im Banne dieser Vergangenheit und den vergangenen Zukunftsvisionen sein eigenes aktuelles Liebesleben reflektieren und festellen, was denn heute von den Liebesutopien und den geplanten Zukunftswelten der Frauen alles eingetroffen ist und was noch einer Verwirklichung harren könnte.


Anlässlich des 107. Internationalen Frauentags am 8. März 2018

8 Feministische und antifeministische Utopien von Frauen 1899 - 1914

Es waren nur wenige Frauen, die vor 100 Jahren Science Fiction geschrieben haben, doch haben diese höchst originelle Zukunfts-visionen aus einem feministischen und erstaunlicher Weise oft sogar antifeministischen Blickwinkel verfasst, in denen die damaligen inferioren Lebensverhältnisse der Frauen, aber auch andere missliche Gesellschaftszustände kritisiert wurden. Therese Haupt geriert sich dabei sogar als eine Art weiblicher Kurd Laßwitz.

So herrschen in der hochtechnisierten, globalen Welt des Jahres 2500 Amazonen-Wissenschaftlerinnen über infantile Männer. In der Lüneburger Heide wollte die Mädchenbuchautorin Magda Trott schon 1914 einen Frauenstaat als Teil des Deutschen Kaiserreichs etablieren  und auf dem Mars existiert eine blühende Frauenwelt streng getrennt von den Männern. Im zukünftigen Europa schließlich ist der Mann im Jahre 1950 vom Aussterben bedroht, bis die Frauen einen Massen-Selbstmord begehen und so Europa vor dem Untergang bewahren. Schon 1910 wurden femininfreie Frauen und masculinfreie Männer sowie Retortenbabys antizipiert und man bzw. Frau prophezeite das Zusammenfinden der Geschlechter in der Zukunft ausschließlich durch die "radioaktiven Strahlen der Liebe".




Inhalt:

1899 Therese Haupt              Die Frau nach fünfhundert Jahren                                     

1907 Franziska Wolf              Weibliche Zukunftsmusik                                  

1908 H. W.                               Das Ewig-Weibliche im Jahre 2500                                                                        

1910 E. Tanne                         Die Frauenwelt auf dem Mars                                 

1910 Ellen Key                        Die Frau in hundert Jahren                                    

1910 Dora Dyx                        Die Frau und die Liebe in 100 Jahren                       

1914 Magda Trott                   Vor der Gründung des Frauenstaates               

1914 Luise Schulze-Brück   Die Frau der Zukunft    


Die Frau der Zukunft vor 100 Jahren

8 Feministische und antifeministische Utopien von Frauen 1899 - 1914

Eleganter Glanz-Paperback 20 cm x 13,5 cm

212 Seiten mit 32 ganzseitigen Originalillustrationen und -karikaturen sowie umfangreichem bio-biblio-graphischen Nachwort zur "Frau der Zukunft in der Karikatur vor 100 Jahren" und  den "Antizipationen vor 100 Jahren zur Frau der Zukunft“.

4. erweiterte und vollständig überarbeitete Auflage 2018

ISBN 978-3-946366-22-5

29,80 Euro



Die bisher umfangreichste Anthologie zur Science Fiction der Kaiserzeit

Die Geburt der modernen deutschen Science Fiction 1871 erfolgte mit den Zukunftsliebesgeschichten vom Vater der modernen deutschen Science Fiction, Kurd Laßwitz (1848 - 1910), die durchaus frei nach Schweikert (1985) als „Am Anfang war der Höhepunkt“ bewertet werden können. Der 23-jährige Laßwitz fabulierte in komplizierten Dreiecksbeziehungen nicht nur über die Liebe im 39. Jahrhundert, in dem die Liebe mit einer Weltformel errechnet wird, sondern auch über die extraterrestrische Liebe eines Cerebrer-Pärchens.

In den späteren Novellen kommen hingegen die Liebenden durch Zukunftstechnik zusammen bzw. die Zukunftstechnik ist der Garant für eine glückliche und dauerhafte Beziehung. Doch auch die Liebesentfremdung durch die Technik in Fernbeziehungen mit telephonisch übertragenen Gefühlen, Automatenfrauen und seelenlosen Schönheiten, die Gleich-machung der Geschlechter, die „Verweiblichung“ der Männer zu säuglingsstillenden „Weiberichen“ oder der Kauf von Liebe und Ehefrau im Warenhaus werden zumeist humorvoll geschildert. Sogar die Liebe zu einem außerirdischen Blumenwesen und einer lichtblauen Himmelsfrau sind Thema von Erzählungen, während andere Autoren antierotische und asexuelle Liebesdystopien mit in Säcken, die man heute Burka nennt, gekleidete Frauen und Sex Ü 30 für die nahe Zukunft antizipierten. Auch der "Antierotiker" Paul Scheerbart favorisierte bei seinen Venusbewohnern eine asexuelle Fortpflanzung und setzt in einer Himmlischen Ehe ganz auf die platonische Liebe. Für Fritz von Briesen sind im 25. Jahrhundert im Reich von Kaiser Wilhelm XXIII die Frauen vom Aussterben bedroht und Frauen ohne Brille mit Blondhaar und Busen sind exotische Seltenheiten geworden.

Erotik wird aufgrund der Prüderie und Zensur der damaligen Zeit im Wilhelminischen Kaiserreich fast ausschließlich nur dezent angedeutet, wenngleich der für die Zukunft antizipierte Sex auf Knopfdruck 1897 schon revolutionär war, Gustav Meyrink 1904 erotische Zukunftssitten beschreibt, in denen Frauen mit ihren Brüsten applaudieren, und Hans Flesch 1914/17 sogar einen wehrkraftzersetzenden Luststaat „Libertia“ ausrief und eine weibliche Dreiklassengesellschaft mit Beruftstätigen, Müttern und Prostituierten postulierte.


Inhalt:

1871 Kurd Laßwitz                           Oxygen und Aromasia                                                      

1877 Kurd Laßwitz                           Liebe gegen das Weltgesetz                                           

1897 Paul Scheerbart                     Himmlische Ehe!                                                        

1897 Johannes Cotta                      Eine elektrische Ehe                                                         

1902 Hermann Löns                       Lex Heinze                                                                     

1903 Carl Grunert                           Die Fern-Ehe                                                                 

1904 Gustav Meyrink                     Hony soit qui mal y pense                                             

1905 Siegmar Schultze-Galléra   Im Reiche der Phäaken                                  

1907 Otto Grautoff                          Die Automatenfrau                                                     

1909 Friedrich Thieme                  Das Warenhaus der Zukunft                                                               

1909 Friedrich Thieme                  Das lebende Bild                                                         

1909 A. Ulrich                                 Luftdroschke Nummer 5599                                                    

1911 Fritz von Briesen                    Der Sonnenlicht-Automat                                         

1911 Paul Scheerbart                    Die neue Oberwelt der Venushaut                           

1913 Carl Grunert                           Der Ätherseelenmensch                                                                               

1913 Wilhelm Schmidtbonn        Der Flieger und die Himmelsfrau                                                          

1914 Fritz von Briesen                   Der Liebes-Bazillus                                                

1914 Rudolf Bartzsch                    Das Autokino                                                                                                              

1914 Hans Flesch                          Die Revolution der Erotik                                                                                             

1917 Hans Flesch                          Der Satan im Luststaat „Libertia“ 


Die Liebe der Zukunft vor 100 Jahren

20 Utopisch-erotische Novellen 1871 - 1914

Eleganter Hardcover 20 cm x 13,5 cm mit Leseband

416 Seiten mit 22 ganzseitigen Originalillustrationen

und umfangreichem bio-bibliographischen Nachwort zur "Liebe der Zukunft vor 100 Jahren“.

3. stark erweiterte und vollständig überarbeitete Auflage 2017

ISBN 978-3-946366-21-3

39,80 Euro